Über Lilo Arendt

07.02.08

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Lilo Arendt

wurde in Plate/Mecklenburg 1922 geboren, aufgewachsen in Stavenhagen, der Heimatstadt Fritz Reuters, lebte Lilo Arendt lange Jahre in Lübeck. Seit 1995 wohnt sie in Kiel und ... hat Heimweh nach ihren Heimatstädten Stavenhagen und Lübeck an der Trave. Das bezeugt sie in anrührender Weise durch ihre Gedichte "Wiedersehen mit Stavenhagen" und „Heimweh na de Traav“.

Lilo Arendt, die ehemalige Laborantin und Polizeiangehörige, schreibt seit vielen Jahren Kurzprosa. Durch ihre natürlich-herzliche Art hat sie einen großen Freundeskreis ihrer literarischen Arbeit gefunden. Zahlreiche positive Presserezensionen bekunden ihre Beliebtheit, die weit über unsere Landesgrenzen hinausgeht.

 

Sie war u. a. Mitglied im Münchner ELK (Ernster Lyrikkreis), wo sie durch viele ihrer Lesungen einen großen Hörerkreis hat. Mitglied im Verband „Lübecker Autorenkreis u. seine Freunde e. V.“

 

Ihr literarisches Gebiet reicht von zarter Naturlyrik über wohltuend ehrlich gemeinte Gesellschaftskritik bis zu humorvoll-bissigen Kabarettbeiträgen. Einige Geschichten wurden inzwischen vertont.

Wir wünschen uns noch manche „Schmunzelstunde“ von ihr.

 

Und das wurde über sie geschrieben:

Ehrenmedaille verliehen

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Reuterstadt und zum 125. Todestag von Fritz Reuter liess die Stadt Stavenhagen eine Ehrenmedaille aus Feinsilber prägen. Zur Festsitzung der Stadtvertretung am 12. Juli 1999 auf dem Marktplatz wurde sie an Bürger überreicht, die sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben - sei es in der Stadtvertretung, im Handwerk. in der Wirtschaft, in Schule, Kultur und Sport oder im Bereich Ordnung und Sicherheit. Zu den mit der Medaille Geehrten gehören unter anderem: Lilo Arendt, Kiel, Dr. Arnold Hückstädt, Seedorf bei Malchin, Cornelia Nenz, Neustrelitz, Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff, die Städte Altentreptow und Eisenach und der Präsident des Landesheimatverbandes Prof. Wernicke.

Mecklenburg 10/99

 

„Die gebürtige Mecklenburgerin, die viele Jahre in Lübeck lebte und aus deren Feder viele Texte des bekannten Seniorenkabaretts „Speilzähne“ stammen, ist bekannt für ihren Frohsinn und ihren heiteren Optimismus. So beinhalten ihre Texte, die sie in unnachahmlicher Manier vorträgt, Witz und heitere Ironie und regen zum Lachen und Schmunzeln an.“

         (Norddeutsche Rundschau vom 21.2.2000)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wiedersehen mit Stavenhagen

 

Nun war ich wieder in der kleinen Stadt,

die Zeit blieb steh’n, es sah wie früher aus,-

das war es, was mich hergezogen hat,

in dieser Straße war ich mal zu Hause.

 

Beklommen ging ich durch die alten Gassen

und wartete auf einen Gruß, ein Wort, -

ich fühlte mich nur traurig und verlassen,

denn alle meine Freunde waren fort...

 

In meinem Traum war alles groß und schön,

die Sonne schien für mich, ich war daheim,

ich hatte jeden Weg vor mir geseh’n,

nun war ich endlich hier... und doch allein.

 

Ach, wäre ich doch lieber fortgeblieben,

und hätte weiterhin von ihr geträumt, -

und hätte diese Stadt noch leben

und hätte nichts versäumt.........

 

 

 

Heimweh na den Traav ...

 

Platt is de Spraak vun mien Kinnerwelt,

in Platt hett uns Oma Geschichten vertellt,

hett mit uns sungen un hett mit uns beed,

denn Platt hett se ok mit'n Herrgott reed,

wi hürten ehr giern to, mien lütt Broder un ik,

un ehr Plattdüütsch klüng uns

as de schönste Musik.

 

Dor ünnen ann'e Eck hett se wahnt in'n Gang,

un mien Holtschoh, de klappern de Traav entlang,

wenn ik ehr besöcht heff, röök ik ann'e Döör,

se harr al'n Bratappel för mi inn'e Röhr,

denn stellt ik mien Holtschoh

ann'e Siet inn'e Köök

un weer bi mien Oma so giern up Besöök.

 

Heff'k mi ok lang inn'e Welt rümdrewen,

mien Hart, ann'e Traav is dat ümmer blewen,

un männichmal kreeg mi dat Heimweh to faten,

un ik sehn mi na Huus, ik künn dat nich laten,

un ik wünscht mi, ik weer noch eenmal ganz lütt

un keek na, ob mien Oma an'n Aben sitt.

 

Großmudder is nich mehr, veel Johr sünd vergahn,

un ok ehr lütt Ganghuus, dat bleew nich bestahn,

doch oft is mi, as hüürt ik ganz liesing ehr Stimm,

se seggt, putz dien Fööt aff,

mien Deern un kumm rin,

un ik kann dor nich för, mein Ogen ward natt,

un ik sehn mi na de Traav

un na Lübecker Platt.

 

 „Die Art dieser herzlich-natür­lichen und zupackenden Frau, die vor allem auf sozialem Gebiet engagiert und hilfreich ist, findet auch in ihrer schriftstellerischen Arbeit mit Humor und Einfühlungsvermögen ihren Ausdruck. Lilo Arendt – ein echter Gewinn und Ausgleich unter den Lübecker Autoren.“

                          (Christel Pöpke)

 

 

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Stand: 07.02.08